Videoempfehlung: “Dr. Horrible’s Sing-Along Blog” – ein Klassiker des Internets

Weil es scheinbar noch nicht mal alle Nerdi­zisten kannten, war es längst an der Zeit eines der geni­alsten Erzeug­nisse des Inter­nets aus der Versen­kung zu holen: Joss Whedons Musical-Web-Serien Klas­siker “Dr. Horrible’s Sing-Along Blog” von 2008. 

Bestehend aus 3 Akten war “Dr. Horrible’s Sing-Along Blog” ein Expe­ri­ment von Kult­re­gis­seur Joss Whedon, um ein Inde­pen­dence Werk fernab von Studio Restrik­tionen zu schaffen. Selbst finan­ziert mit gerade einmal 200.000$ schrieb, produ­zierte und drehte er den genialen Mix aus Kurz­film und Musical mit Hilfe von Verwand­schaft, Freunden und einer Reihe befreun­deter Schau­spieler.

Erfah­rung mit Genre Produkten und Musi­cals hatte er ja bereits reich­lich. Nicht zuletzt ist die Buffy Episode “Once more with feeling” eine der besten und lustigsten Folgen der gesamten Serie. Und “Firefly” kann trotz nur einer Staffel ähnlich passio­nierte Fans vorweisen, wie seiner­zeit Star Trek.

Die Schau­spieler im Sing Along Blog dürften heute jedem etwas sagen. Allein Neil Patrick Harris (HIMYM) und Nathan Fillion (Castle) haben den Sprung zu inter­na­tio­nalen Super­stars schon lange hinter sich. Dazu Gesellen sich Nerd­queen Felicia Day (“The Guild”) und Big Bang Theory Nerd Simon Helberg. Und alle können singen 😉

Worum geht’s?

Copy­right Mutant Enemy Produc­tions

Dass Whedon ein großer Comic Fan ist, dürfte spätes­tens seit seinem Einstand als Aven­gers Regis­seur und Creativ-Advisor bei Marvel jeder wissen. In “Dr. Horrible’s Sing-Along Blog” spürt man diese Begeis­te­rung an jeder Ecke. Neil Patrick Harris spielt hier den Möch­te­gern Böse­wicht Billy/Dr. Horrible, der in die “Evil League of Evil” vom Pfer­de­böse­wicht Bad Horse aufsteigen will. Ja, Bad Horse ist ein rich­tiges Pferd ^^.

Das Ganze erzählt Billy dem Zuschauer in Form seines Video­blogs. Um nicht zu viel zu verraten: Einen Strich durch die Rech­nung macht ihm regel­mäßig Nathan Fillians egozen­tri­scher Super­held Captain Hammer. Und dann gibt’s da noch Felicia Days Penny, die Billy im Wäsche­salon trifft und von weitem anhim­melt.

Den Rest der perfekten Mischung aus Slap­stick, Ohrwür­mern und char­manter Underdog Story solltet ihr euch unbe­dingt selber rein­ziehen. Die Schau­spieler sind alle­samt Char­me­bolzen. Neil Patrick Harris, den man eher als hyper­ak­tiven Barney Stinson kennt, glänzt auch als schüch­terner Billy. Nathan Fillion kann die Aura der Arro­ganz sowieso perfekt tragen. Und der Tag an dem Felicia Day nicht alle Nerd­herzen bricht, ist bisher noch nicht gekommen.

Ohrwurm Alarm

Als Überfan kann ich die Songs alle im Schlaf durch­singen. Die Titel kriegt man nach einma­ligem Hören-Sehen nicht mehr aus dem Kopf. Einzig “Pennys Song” fällt meiner Meinung nach etwas ab. Das mag an Felicia Days nicht ganz so perfektem Stimm­chen liegen. Aber ich bin kein Musiker und kein Musik­kri­tiker. Viel­leicht schreibe ich hier auch Schwach­sinn. Mein persön­li­cher Favorit auf Dauer­schleife ist der Show­down “Slip­ping“, den Harris raus­haut, wie nur er es kann.

Die knapp 43 Minuten sind im Nu rum und mehr braucht es auch nicht, um diese absolut runde und stim­mige Story abzu­schließen. Man merkt, dass alle Betei­ligten einen Heiden­spass hatten und hofft, dass das lang ange­kün­digte Sequel jetzt endlich mal produ­ziert wird.

Lange Rede kurzer Sinn: Hier nun das Video (als inof­fi­zi­eller YouTube Stream, der aber bereist seit 2012 online ist):

Habe ich zuviel verspro­chen?

Wer nicht genug vom  Ganzen kriegt, kann sich natür­lich alle mögli­chen Veröf­fent­li­chungen günstig bei diversen Online Händ­lern, wie Amazon oder iTunes kaufen. Ich selber bin stolzer Besitzer des Sound­tracks, der Blu-Ray und des Comics. Die Specials rund um die Serie sind nochmal deut­lich umfang­rei­cher als die Webserie selber.

Die offi­zi­elle Home­page: http://drhorrible.com

Natür­lich inter­es­siert uns am Ende auch euer Senf. Kanntet ihr “Dr. Horrible’s Sing-Along Blog“? Oder seid ihr ganz anderer Meinung als ich? Habe ich viel­leicht nur die Fanbrille auf?